@inbook{36901,
  abstract     = {{Im  Folgenden  geht  es  um  das  pädagogische  Handlungskonzept  bzw.  genauer:  ‚päda-go  gische  Handlungskonzepte  einer  Erziehung,  die  als  „antiautoritär“  in  der  Fach-literatur‘  bezeichnet  wird  (z.  B.  Rabe-Kleberg,  1993).  Diese  Bezeichnung,  die  wir  bis  heute  in  Handbüchern,  Lexika  und  Sammelbänden  fi  nden,  geht  u.  a.  auf  den  bundes-republikanischen  Entstehungskontext  der  1960er  und  1970er  Jahre  zurück,  einer  Zeit,  die  von  internationalen  politisch-sozialen  (Reform-)Bewegungen  und  Protesten  ge-prägt  war,  allen  voran  der  Studenten-,  der  Frauen-  und  der    Kinderladenbewegung.  Alle  drei  Bewegungen  waren  u.  a.  getragen  von  der  Idee,  dass  mit  einer  repressions-freien,  selbstregulierenden,  an  demokratischen  Grundlagen  und  an  den  Bedürfnissen  des  Kindes  ausgerichteten  Erziehung  die  ‚Sinnentleerung  kapitalistisch-autoritär  ge-prägter Verhältnisse‘1 überwunden werden könn(t)e (z. B. Aden-Grossmann, 2011).Insoweit  müssen  die  Antworten  auf  die  Frage  nach  den  pädagogischen  Hand-lungskonzepten  im  Kontext  von    Kinderladenbewegung  und    Elterninitiativen  eng  mit  den  gesellschaft  lichen,  politischen  und  sozialen  Ereignissen  dieser  Zeit  verknüpftwerden, da insbesondere die ‚politischen Kämpfe‘ gegen die damals geltenden (autori-tären)   politischen   Ereignisse   Auslöser   der   Idee   einer   ‚   antiautoritären   Erziehung‘   waren,  u.  a.  die  Auswirkungen  des  Atombombenabwurfs  über  Hiroshima  sowie  der  ‚Sputnikschock‘  in  den  1950er  Jahren,  der  sog.  ‚Vietnamkrieg‘  der  USA,  die  Nicht-Aufarbeitung  des  deutschen  Nationalsozialismus,  die  Notstandsgesetze  in  der    BRD,  u.  a.  politische  Entwicklungen  rund  um  den  Globus  im  Horizont  des  ‚Kalten  Krieges‘,  die  sich  als  para-  und  direkt  militärisch  mit  autoritärem  Grundcharakter  auszuweiten  drohten (ausführlicher z. B. Vinen, 2018). Daher  werden  wir  im  vorliegenden  Beitrag  versuchen,  über  einen  historischen  Zugang  den  Bogen  von  der    Kinderladenbewegung  als  Teil  der  Neuen  Sozialen  Be-wegungen   rund   um      1968   in   Westdeutschland   über   Kernaussagen,   pädagogische   Grundsätze und paradigmatische Grundannahmen bis hin zur Einordnung in aktuelle Forschungsbefunde  zu  Kinderläden  und  sog.    Elterninitiativen  bzw.  Elterninitiativ-Kitas (auch „EI-Kitas“, Aden-Grossmann, 2011, S. 153) aufzuspannen. Vorausgeschickt sei, dass der Forschungsstand über die pädagogischen Handlungskonzepte im Kontext von    Kinderladenbewegung  und    Elterninitiativen  nach  wie  vor  unübersichtlich  und  lückenhaft    ist,  von  Mythen,  Gründungsgeschichten  und  allerlei  ‚Erzählungen‘  ge-tragen,  aber  deshalb  umso  interessanter,  weil  er  nicht  nur  selbstverständliche  Gewiss-heiten, sondern auch viele off ene Fragen bereithält.}},
  author       = {{Bock, Karin and Göddertz, Nina}},
  booktitle    = {{ Frühpädagogische Handlungskonzepte. Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme.}},
  editor       = {{Schmidt, Thilo  and Smidt, Wilfried and Sauerbrey, Ulf }},
  isbn         = {{9783825256852}},
  keywords     = {{Pädagogik, Erziehungswissenschaft}},
  pages        = {{195 -- 216}},
  publisher    = {{Waxmann}},
  title        = {{{Pädagogische Handlungskonzepte in Kinderladenbewegung und Elterninitiativen}}},
  year         = {{2021}},
}

