Koranische Zugänge zu Jesus Christus in der Perspektive Komparativer Theologie

Project Period: 2013-01-01 – 2018-12-31
Externally Funded
Coordinator
Sarah Lebock
Principal Investigator
Mouhanad Khorchide
Member
Martina Aras, Darius Asghar-Zadeh, Cornelia Dockter, Dina El Omari, Katharina Holtmann, Tolou Khademalsharieh, Eva-Maria Leifeld, Hamideh Mohagheghi, Christine Schlichtig, Lena Steindl, Muna Tatari
Department(s)
Institut für Katholische Theologie
Paderborner Institut für Islamische Theologie -> Koranwissenschaften
Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK)
Description

Die Christologie gilt unter Angehörigen des Christentums und Islams gemeinhin als der entscheidende Differenzpunkt beider Religionen. Während für Christen der Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes den entscheidenden Glaubenskern darstellt, scheint eben die Absage an dieses Bekenntnis für den islamischen Glauben grundlegend zu sein. Nicht der Glaube an Gott oder das Gottesbild gilt deswegen in der Regel als das Hauptproblem im islamisch-christlichen Dialog, sondern das christliche Bekenntnis zu Jesus als dem Christus.

Auf der anderen Seite gibt es wahrscheinlich keine andere Religion neben dem Christentum, die in den normativen Grundlagen ihres eigenen Glaubens eine so tiefe Wertschätzung von Person und Werk Jesu von Nazaret vorfindet wie der Islam. Von daher kann man in der islamischen Tradition immer wieder eine beachtliche Faszination wahrnehmen, die die Gestalt Jesu auf Muslime ausgeübt hat. So geben einige koranische Aussagen, die Jesus z.B. als das Wort Gottes bezeichnen, Anlass, diese Aussagen auf ihren christologischen Gehalt zu untersuchen.

Das Projekt hat sich deswegen mit der Frage auseinandergesetzt, ob es von christlicher Seite aus denkbar ist, die koranischen Würdigungen Jesu von Nazaret als eine Form von Jesuologie anzuerkennen, die auch Christen etwas Entscheidendes zu sagen hat. Einer christlichen Komparativen Theologie stellt sich in diesem Kontext die Frage, ob sie die islamische Würdigung Jesu von Nazaret ernst nehmen kann, ohne die eigenen, gerade in der Christologie so konstitutiven Geltungsansprüche preiszugeben. Es ging also um die Sondierung, ob man den koranischen Zugang zu Jesus von Nazaret sinnvoll in die christliche Glaubensreflexion integrieren und ob man die Fremdheit dieses Zugangs als Bereicherung der christlichen Identität entdecken kann.

Zugleich stellte sich einer muslimischen Komparativen Theologie die Frage, ob auch aus ihrer Sicht das Verhältnis von christlichem Bekenntnis zu Jesus als dem Christus und den koranischen Aussagen so neu gedacht werden kann, dass man von muslimischer Seite eine moderne Christologie in ein fruchtbares Verhältnis zum islamischen Denken setzen kann.

Grant Number
Funding Organisation
Deutsche Forschungsgemeinschaft