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res:
  bibo_abstract:
  - "*Theoretischer Hintergrund*\r\nSchulisches Wohlbefinden ist eine Grundbedingung
    gelingender Lernprozesse bei Kindern und Jugendlichen. Es bildet einen Teil der
    je individuellen, emotional-kognitiven Rahmung aller vom Schul- und Unterrichtsbesuch
    ausgehenden Bewältigungs- und Entwicklungsaufgaben. Die Ausprägung des Wohlbefindens
    beruht auf der Balance des Erlebens positiv konnotierter Emotionen und Kognitionen
    sowie des Fehlens von negativen Emotionen und Kognitionen. \r\nGerade Schülerinnen
    und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SFB) haben in inklusiven Settings
    durch den sozialen Vergleich mit mehrheitlich leistungsstärkeren Peers aufgrund
    von Bezugsgruppeneffekten besondere Herausforderungen zu bewältigen (z.B. Seaton
    et al. 2010). Das Erreichen eines hohen Wertes subjektiv wahrgenommenen Wohlbefindens
    der gesamten Lerngruppe ist ein Gradmesser schulischer Inklusivität und eine Moderatorvariable
    zur Erklärung des schulischen Leistungsniveaus (z.B. Fend und Sandmeier 2004;
    Hascher und Hagenauer 2011). \r\nZur begleitenden Evaluation der schulischen Maßnahmen
    im Rahmen der Implementation der VN-Behindertenrechtskonvention ist es wünschenswert,
    das Wohlbefinden in inklusiven Lerngruppen sowohl zuverlässig als auch ökonomisch
    erfassen zu können. Eine besondere Schwierigkeit auf dem Weg zur Realisierung
    dieses Zieles liegt darin begründet, dass es für die Sekundarstufe I keine hinreichend
    geprüften Fragebogeninstrumente aus Erhebungen in inklusiven Lerngruppen gibt.
    Letzteres wiederum ist u.a. dem Umstand geschuldet, dass bislang nur sehr wenige
    Schulen dieser Schulstufe eine hinreichend lange Erfahrung als inklusive Schule
    aufweisen um als Basis für betreffende Evaluationsstudien in Frage zu kommen.
    \r\nDie Laborschule Bielefeld verfügt als Versuchsschule des Landes NRW über jahrzehntelange
    Erfahrung in der gemeinsamen Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern mit und
    ohne einen SFB, die grundsätzlich in allen und nicht nur in ausgewählten Lerngruppen
    umgesetzt wird (Thurn und Tillmann 2011). Die Laborschule arbeitet nach einem
    inklusiven Ansatz, wie er zukünftig verstärkt auch in Regelschulen vorzufinden
    sein wird und bietet insofern einen idealen Untersuchungsrahmen für die Entwicklung
    und Erprobung eines Instruments zur Erfassung des schulischen Wohlbefindens in
    inklusiven Lerngruppen der Sekundarstufe I.\r\n*Fragestellungen*\r\nErstens: Lässt
    sich ein Fragebogeninstrument konstruieren, welches verschiedene Facetten schulischen
    Wohlbefindens in mehreren Jahrgängen der Sekundarstufe I und in allen relevanten
    Subgruppen der Schülerschaft zuverlässig misst?\r\nZweitens: Wie ist das schulische
    Wohlbefinden jeweils ausgeprägt – in Gruppen, zwischen Gruppen und jeweils längsschnittlich
    – und welche Zusammenhänge mit Bedingungsfaktoren lassen sich herausarbeiten?
    \r\nVon besonderem Interesse sind jeweils – vor dem Hintergrund eines erweiterten
    Inklusionsbegriffs – die Befunde entlang inklusionsrelevanter Diversitätskriterien
    wie SFB, Geschlecht und Migrationshintergrund. \r\n*Methode*\r\nDreimalig durchgeführt
    wurde eine standardisierte Fragebogenerhebung in den Jahrgangsstufen 6 bis 9 (im
    Jahr 2012) bzw. 6 bis 10 (2013 und 2014) an der Laborschule Bielefeld. Die Ausschöpfungsquote
    betrug jeweils mindestens 86% bei N = 212, 292 bzw. 300 und einem Anteil der Schülerinnen
    und Schülern mit SFB bei ca. 10%.\r\nDie Datenauswertung erfolgte anhand von deskriptiver
    Statistik, Inferenzstatistik sowie mittels Strukturgleichungsmodellierungen.\r\n*Ergebnisse*\r\nDer
    Fragebogen misst alle sechs Facetten des schulischen Wohlbefindens (Einstellungen
    und Emotionen gegenüber der Schule, Affinität zur Stammgruppe/Klasse, Schulischer
    Selbstwert, Abwesenheit von Sorgen in der Schule, von sozialen Problemen sowie
    von körperlichen Beschwerden) auf der Basis von jeweils mindestens vier Items
    hinreichend zuverlässig (mit Cronbachs Alpha ≥. 779). \r\nKonfirmatorische Faktorenanalysen
    zeigen, dass die beste Modellanpassung ein Modell mit sechs korrelierten Faktoren
    liefert. Ein Vergleich der Schülerinnen und Schüler mit und ohne SFB ergibt in
    mehreren Erhebungswellen keine Unterschiede für die Wohlbefindensdimensionen über
    die Abwesenheit schulischer Sorgen, sozialer Probleme sowie körperlicher Beschwerden.
    Diese liegen jeweils nur in geringem Umfang vor. Die größten Unterschiede zeigen
    sich durchgehend für den schulischen Selbstwert, der am stärksten von Bezugsgruppeneffekten
    beeinflusst wird. \r\nDie Gruppenunterschiede für die Hintergrundvariablen Geschlecht
    und Migrationshintergrund sind in Bezug auf viele Teildimensionen des Wohlbefindens
    gar nicht vorhanden oder liegen im Bereich einer geringen Effektstärke. Diverse
    Gruppenvergleiche, z.B. zum Verlauf über die Jahrgangsstufen der Sekundarstufe
    I, und Analysen zum Einfluss ausgewählter Bedingungsfaktoren auf das schulische
    Wohlbefinden, werden im Vortrag vorgestellt und diskutiert.\r\nLiteratur\r\nFend,
    H. & Sandmeier, A. (2004). Wohlbefinden in der Schule: „Wellness“ oder Indiz für
    gelungene Pädagogik? In T. Hascher (Hrsg.), Schule positiv erleben. Ergebnisse
    und Erkenntnisse zum Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern, 161–183. Bern:
    Haupt.\r\nHascher, T. & Hagenauer, G. (2011). Schulisches Wohlbefinden im Jugendalter
    ‒ Verläufe und Einflussfaktoren. In A. Ittel, H. Merkens & L. Stecher (Hrsg.),
    Jahrbuch Jugend-forschung: 10. Ausgabe 2010, 15–45. Wiesbaden: Springer VS.\r\nSeaton,
    M., Marsh, H. W. & Craven, R. G. (2010). Big-Fish-Little-Pond Effect: generalizability
    and moderation – two sides of the same coin. American Educational Research Journal
    47(2), 390–433.\r\nThurn, S. & Tillmann, K.-J. (Hrsg., 2011). Laborschule – Schule
    der Zukunft. 2. Aufl. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.@ger"
  bibo_authorlist:
  - foaf_Person:
      foaf_givenName: Harry
      foaf_name: Kullmann, Harry
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  dct_date: 2015^xs_gYear
  dct_language: eng
  dct_title: Erfassung schulischen Wohlbefindens in inklusiven Schulen ‒ Befunde zur
    Erprobung eines mehrdimensionalen Konstrukts in fünf Jahrgängen der Sekundarstufe
    I an der Laborschule Bielefeld@
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