@inproceedings{67112,
  abstract     = {{Obwohl die Lehrerkooperation seit mehreren Jahrzehnten als Merkmal „guter Schulen“ identifiziert ist, kann die empirische Befundlage im Hinblick auf ihre sinnvolle und wünschenswerte Ausprägung nicht als hinreichend gesichert angesehen werden. Bauer (2004) wirft sogar in einem neueren Übersichtsartikel die Frage auf, ob Kooperation an der Schulform Gymnasium überhaupt sein müsse. 
Im Rahmen einer explorativen Studie über Schulkultur als Kontext naturwissenschaftlichen Lernens wurde eine detaillierte Fragebogenerhebung zur Ermittlung der unterrichtsbezogenen Kooperation aller Lehrkräfte der Fächer Biologie, Chemie und Physik an insgesamt sechzehn Gymnasien durchgeführt. Ebenfalls ermittelt wurden ausgewählte unterrichtsmethodische Präferenzen dieser Lehrkräfte sowie die relative Schuleffektivität auf der Basis eines naturwissenschaftlichen Leistungstests in der 9. Klassenstufe. Der theoretische Ausgangspunkt der Untersuchung liegt in der Konzeption von Kooperation als konstruktive, wesentlich auf Kommunikation und Koordination beruhender Zusammenarbeit mindestens zweier Lehrkräfte zur Erreichung gemeinsamer Ziele. Demgemäß verbinden Lehrkräfte mit ihrer Investition in kooperative Strukturen die Erwartung an einen Kooperationsgewinn. Letzterer wird in der vorliegenden Untersuchung anhand des Hilfreichseins kollegialer Impulse operationalisiert. 
Die Ausprägung mehrerer handlungsbezogener Aspekte der unterrichtsbezogenen Kooperation erweist sich im Schnitt und erwartungsgemäß als gering. Dennoch lassen sich anhand fokussierter Charakterisierungen gymnasiale Naturwissenschaftskollegien mit einer vielgestaltigen Lehrerkooperation beschreiben. Ergänzende Zusammenhangsanalysen zeigen, dass die unterrichtsbezogene Lehrerkooperation mit eher „progressiven“ Unterrichtsstrategien positiv und mit eher „traditionellen“ Methoden negativ korreliert ist. Zwei Elemente der unterrichtsbezogenen Lehrerkooperation erweisen sich darüber hinaus als positiv assoziiert mit der fachbezogenen Schuleffektivität.
Implikationen für die künftige Forschung zur Lehrerkooperation ergeben sich vor allem im Hinblick auf die Bewertungsdifferenz zwischen zufriedenheitsbezogenen und handlungsbezogenen Konstrukten. In Bezug auf die Schulentwicklungsforschung sowie die Schulpraxis liefert die Untersuchung vor allem Anlass zur Diskussion des wünschenswerten Mindestniveaus unterrichtsbezogener Lehrerkooperation. 

Neben einer Darlegung des theoretischen Hintergrunds sowie der empirischen Ergebnisse liefert der Vortrag eine Einordnung der Befunde in die aktuelle Schul- und Unterrichtsforschung.}},
  author       = {{Kullmann, Harry}},
  location     = {{Universität Augsburg}},
  title        = {{{Unterrichtsbezogene Lehrerkooperation an Gymnasien. Fallbeispiele und Wirkungsanalysen im Hinblick auf Didaktik und Schülerleistungen}}},
  year         = {{2009}},
}

