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  bibo_abstract:
  - "Die Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) hat gezeigt, dass Schüler*innen zu zentralen
    politischen Akteur*innen werden können. Insbesondere in der Anfangsphase der sogenannten
    Klimastreiks wurde die Bewegung stark von Jugendlichen getragen; weibliche Teilnehmende
    sowie solche mit (angestrebtem) Abitur dominierten die Proteste (Sommer et al.,
    2020). Eine ähnliche Verbindung zwischen Bildungsstand und politischem Interesse
    spiegelt die Shell-Studie von 2019 wider, in der deutlich mehr Jugendliche mit
    (angestrebtem) Abitur angaben, sich politisch zu interessieren, als solche auf
    anderen Bildungswegen (Schneekloth & Albert, 2019). Über den Zusammenhang von
    Schule und politischer Partizipation im Kontext von FFF ist wenig bekannt; insbesondere
    fehlen Studien mit Fokus auf die Schulform oder den sonderpädagogischen Förderstatus
    der Teilnehmenden. Diesem Forschungsdesiderat widmet sich der vorliegende Beitrag,
    in dem die Bedeutung der Schule für die Förderung politischer Partizipation im
    Kontext von FFF unter besonderem Augenmerk auf die Schüler*innen mit sonderpädagogischem
    Förderbedarf (SPF) beleuchtet wird. \r\nEntsprechende Erkenntnisse sind u.a. vor
    dem Hintergrund von Interesse, dass das Einbeziehen aller Schüler*innen in Prozesse
    politischer Partizipation – im Einklang mit inklusionsbezogenen Qualitätstableaus
    wie dem Index für Inklusion (Booth & Ainscow, 2011) – eine zentrale schulpädagogische
    Forderung darstellt (z.B. Felder, 2024; Schramme, 2024). Bildungstheoretisch lässt
    sich dies u.a. durch Klafkis Konzept der Allgemeinbildung fundieren, das Selbstbestimmungs-,
    Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit als Kernelemente einer Bildung für alle
    umfasst und epochaltypische Schlüsselprobleme wie die „Umweltfrage“ (Klafki, 2007,
    S. 58) ins Zentrum einer kritisch-reflexiven Bearbeitung rückt. Die UN-Nachhaltigkeitsziele
    unterstreichen die Bedeutung von Bildung für die Bearbeitung globaler Krisen in
    einer vielfältigen Gesellschaft (UNESCO, 2020). FFF stellt in diesem Kontext einen
    besonderen Untersuchungsgegenstand dar, da die Bewegung einerseits als außerschulischer
    Lernort fungieren kann (Hörsch et al., 2023), als „Schulstreik“ andererseits aber
    auch in direkter Beziehung zur Institution Schule steht. \r\nSchule spielt laut
    einer Befragung von FFF-Teilnehmenden neben Freund*innen und sozialen Netzwerken
    eine zentrale Rolle in der Mobilisierung für die Demonstrationsteilnahme (Koos,
    2019). Als Prädiktor für die Protestteilnahme dominieren gesellschaftliche Motive,
    wobei FFF als Möglichkeit wahrgenommen wird, sich aktiv für gesellschaftliche
    Veränderungsprozesse einzusetzen und Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse
    zu nehmen (Costa & Wittmann, 2021). Befragungen explizit unter Schüler*innen ergaben
    zudem, dass die Teilnahmemotivation oft durch eigene Werte und Normen, Peers sowie
    die Identifikation mit anderen Protestierenden begründet wird (Wallis & Loy, 2021).
    Offen bleibt, ob die schulische Bearbeitung von Themen wie dem Klimaaktivismus
    dazu führen kann, dass deren politische Schärfe verloren geht, oder ob (und wie)
    die politischen Interessen von Kindern und Jugendlichen durch die unterrichtlichen
    Informationen und Debatten gestärkt werden können (Budde, 2021). \r\nIm Rahmen
    des Projekts FFFinklusiv wurde in Bezug auf mehrere schulische Faktoren untersucht,
    inwiefern diese jeweils die Motivation von Schüler*innen mit und ohne sonderpädagogischen
    Förderbedarf zur Teilnahme an FFF beeinflussen. 637 Jugendliche aus acht Förderschulen
    und vier Gesamtschulen nahmen 2020 an einer Befragung teil. Per explorativer und
    konfirmatorischer Faktorenanalyse wurde die Skala „Protestmotivation“ entwickelt
    und in einer Mehrebenenanalyse unter Einbezug der Klassenebene untersucht. \r\nDie
    Auswertung zeigt drei signifikante Einflussfaktoren: Das Geschlecht, wobei Mädchen
    eine höhere Motivation aufweisen (b = 0.77, t(530) = 6.50, p < .001), die Thematisierung
    von FFF im Unterricht (b = 0.45, t(530) = 3.51, p < .001) sowie den gemeinsamen
    Protestbesuch mit der Klasse (b = 0.53, t(530) = 2.02, p = .044). Schulform und
    SPF haben keinen signifikanten Effekt. In einer Teilstichprobe mit Protest-Teilnehmenden
    (n = 71) zeigen sich keine Unterschiede für Gesamtschüler*innen mit und ohne SPF.
    Eine signifikant höhere Motivation ergibt sich für Förderschüler*innen im Vergleich
    zu Gesamtschüler*innen mit SPF (b = 1.84, t(20) = 2.07, p = .051).\r\nDie Ergebnisse
    betonen die Bedeutung von Schule für die politische Partizipation aller Schüler*innen.
    Sie zeigen auf, dass die Motivation zur Teilnahme an themenbezogenen Demonstrationen
    durch die Berücksichtigung im Unterricht gefördert werden kann, weitestgehend
    unabhängig von Schulform und Förderstatus. \r\n\r\nKeywords: Fridays for Future,
    politische Partizipation, sonderpädagogischer Förderbedarf, Protestmotivation,
    Klimaaktivismus\r\n\r\nLiteratur:\r\nBooth, T., & Ainscow, M. (2011). Index for
    inclusion: Developing learning and participation in schools. CSIE.\r\nBudde, J.
    (2021). Die Fridays-for-Future-Bewegung als Herausforderung für die Schule. Ein
    schulkritischer Essay. Die Deutsche Schule, 112(2), 216–228. \r\nCosta, J., &
    Wittmann, E. (2021). Fridays for Future als Lern- und Erfahrungsraum: Befunde
    zu den Beteiligungsformaten, den Motiven und der Selbstwirksamkeitserwartung von
    Engagierten. ZEP – Zeitschrift für internationale Bildungsforschung und Entwicklungspädagogik,
    2021(3), 10–15. \r\nFelder, F. (2024). Inklusion, demokratische Partizipation
    und die Aufgaben der Bildung. In I. Bosse, K. Müller, & D. Nussbaumer (Hrsg.),
    Internationale und demokratische Perspektiven auf Inklusion und Chancengerechtigkeit
    (S. 17–29). Julius Klinkhardt. \r\nHörsch, C., Scharenberg, K., Waltner, E.-M.,
    & Rieß, W. (2023). Wie gelingt Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der
    Schule? Eine empirische Studie zur Entwicklung von Nachhaltigkeitskompetenzen
    und zur Rolle der Lehrkraft. Die Deutsche Schule, 115(2), 105–116. \r\nKlafki,
    W. (2007). Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik: Zeitgemäße Allgemeinbildung
    und kritisch-konstruktive Didaktik (6., neu ausgestattete Aufl). Beltz.\r\nKoos,
    S. (2019). Klima-Aktivismus von jungen Menschen. Ergebnisse einer Befragung unter
    den Teilnehmenden am „Fridays for Future“-Schulstreik in Konstanz, 15. März 2019.
    Universität Konstanz.\r\nSchneekloth, U., & Albert, M. (2019). Jugend und Politik:
    Demokratieverständnis und politisches Interesse im Spannungsfeld von Vielfalt,
    Toleranz und Populismus. In M. Albert, K. Hurrelmann, & G. Quenzel (Hrsg.), 18.
    Shell Jugendstudie. Jugend 2019 (S. 47–101). Beltz.\r\nSchramme, S. (2024). „Nothing
    about us—Without us“. Wie Erfahrungen mit Inklusion Partizipation und politischen
    Aktivismus fördern. Wissen Schafft Demokratie, 15, 168–179.\r\nSommer, M., Haunss,
    S., Gardner, B. G., Neuber, M., & Rucht, D. (2020). Wer demonstriert da? Ergebnisse
    von Befragungen bei Großprotesten von Fridays for Future in Deutschland im März
    und November 2019. In S. Haunss & M. Sommer (Hrsg.), Fridays for Future—Die Jugend
    gegen den Klimawandel—Konturen der weltweiten Protestbewegung (S. 15–66). transcript.\r\nUNESCO.
    (2020). Education for sustainable development: A roadmap. UNESCO. \r\nWallis,
    H., & Loy, L. S. (2021). What drives pro-environmental activism of young people?
    A survey study on the Fridays For Future movement. Journal of Environmental Psychology,
    74, 101581. @ger"
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    Thematisierung und Begleitung der Fridays-for-Future-Proteste von Schüler*innen
    mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf im Spannungsfeld des Beutelsbacher
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